Donnerstag, 22. März 2012 -


Sicherheit in der Arzneimiteeltherapie

Neuer Service der Krankenhausapotheke im Marienhospital Gelsenkirchen für Patienten und Mediziner



Etwa 55.000 zugelassene Arzneimittel (einschließlich Generika = wirkstoffgleiche Kopien von Originalpräparaten) gibt es auf dem deutschen Markt. Verständlich, dass nicht alle in einer Krankenhausapotheke vorhanden sein können. Schon aus wirtschaftlichen Gründen ist es nicht sinnvoll, identische Präparate von unterschiedlichen Herstellern zeitgleich  vorzuhalten und einzusetzen. Deshalb gibt es im Marienhospital, wie in allen anderen Krankenhäusern auch, eine hauseigene Arzneimittelliste.

Muss ein Patient stationär aufgenommen werden, bringt er oft zahlreiche, ganz unterschiedliche Medikamente mit, die ihm sein Haus- oder ein niedergelassener Facharzt verordnet hat. Im Krankenhaus müssen sie dann durch Arzneimittel aus der hauseigenen Liste ersetzt werden. Die vom Hausarzt verordneten Arzneien benötigen die Patienten im Krankenhaus in der Regel nicht. Ohne Rücksprache mit dem Stationsarzt sollten sie diese während des Krankenhausaufenthaltes auch nicht einnehmen.
Der Arzt im Krankenhaus stellt möglicherweise auf ein Präparat mit dem gleichen Wirkstoff von einer anderen Firma mit einem anderen Namen oder gibt ein anderes Medikament mit einem ähnlichen Wirkstoff um. Form, Farbe und die Einnahmeweise können ganz anders sein als gewohnt. Darüber sind die Patienten oft irritiert und haben viele Fragen.

Fragen und Antworten bringen Klarheit für Patienten
Da ist es gut, dass es das Arzneimittelanamnesegespräch durch die  Krankenhausapotheke gibt. Ein Mitarbeiter der Apotheke fragt dabei nicht nur nach den bisher eingenommenen Medikamenten, er informiert gleichzeitig und klärt über die Hintergründe und Zusammenhänge auf. Der Patient kann alle Fragen stellen, die ihn wegen der Medikation beschäftigen. Ist der Krankenhausaufenthalt geplant, erhalten Patienten beim prä-stationären Gespräch bereits einen Fragebogen zu den Arzneimitteln, die sie regelmäßig einnehmen. Zu Hause können sie diesen dann in Ruhe ausfüllen. Bei der Umstellung der Arzneimittel ersetzen die Apotheker/innen nicht nur die alten durch neue Medikamente, sie errechnen die Dosierung und berücksichtigen dabei mögliche Wechselwirkungen und Auffälligkeiten. Ebenso werden Applikationshinweise für die Pflegekräfte aufgeführt  Der Stationsarzt erhält einen umfassenden Medikationsplan mit allen Hinweisen, der direkt der elektronischen Patientenakte beigefügt ist und ausgedruckt werden kann. Lediglich seine Unterschrift genügt und die Therapie mit den Substitutionsvorschlägen kann starten.

Dieses Vorgehen entlastet Mediziner und Pflegende, Doppelverordnungen und Unverträglichkeiten werden vermieden, Unklarheiten im Vorfeld geklärt.
„Seit 2008 läuft dieses Projekt im Marienhospital, zunächst in der Klinik für Innere Medizin/Gastroenterologie, dann in der Zentralambulanz. Im Eingangsbereich steht zu diesem Zweck ein eigenes Apothekenberatungsbüro zur Verfügung. Wir handeln damit bereits jetzt nach den Vorstellungen des Aktionsplanes des Bundesgesundheitsministeriums zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit“, ist Chefapothekerin Anette Woermann zu recht stolz: „Ärzte, Pflegende und unsere Patienten sind damit sehr zufrieden. Die Patienten schätzen den unmittelbaren Kontakt zu uns Apothekern als weitere an ihrer Behandlung beteiligte Berufsgruppe.“