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Über 45.000 Menschen erkranken jährlich neu an Lungenkrebs. Dabei sind Männer in Deutschland weitaus häufiger betroffen. Allerdings steigt die Zahl von Lungenkrebsfällen bei Frauen in den letzten Jahren dramatisch an und hat sich im Verlauf von ca. 20 Jahren nahezu verdoppelt. Das Bronchialkarzinom ist bei Männern, der häufigste zum Tode führende Tumor, bei Frauen der zweithäufigste.
Zur Sicherstellung einer optimalen Behandlung ist eine möglichst exakte Diagnostik erforderlich, um das genaue Tumorstadium festlegen zu können. Neben den gängigen Untersuchungsverfahren wie der flexiblen Bronchoskopie hat sich in den letzten Jahren der sogenannte endobronchiale Ultraschall („EBUS“) etabliert. Damit können verdächtige Tumorknoten, die wichtigen Lymphknoten im Brustkorb und zwischen den beiden Lungenflügeln sehr viel schonender als bisher dargestellt werden. Mit dem neuen Verfahren ist es außerdem möglich, Gewebeproben zu gewinnen. Dieses neue Spiegelungsverfahren hat zusammen mit der Darstellung weiterer Lymphknotenstationen von der Speiseröhre aus („EUS“) die früher dafür erforderlichen aufwändigeren Verfahren (z.B. Mediastinoskopie) nahezu vollständig abgelöst.
Die Medizinische Klinik am Sankt Marien-Hospital Buer mit den Schwerpunkten Allgemeine Innere Medizin, Pneumologie, Gastroenterologie, Intensiv- und Beatmungsmedizin, Chefarzt Dr. Markus Wittenberg, verfügt seit einiger Zeit über diese Systeme. „Im Gegensatz zur normalen Bronchoskopie, bei der „nur“ eine Spiegelung der Atemwege durchgeführt wird, ermöglicht der EBUS zusätzlich sonographische Aufnahmen der jenseits der Bronchialwand liegenden Gewebestrukturen und bietet die Möglichkeit einer schonenden Gewebeentnahme um zum Beispiel eine Tumordiagnose nachzuweisen, aber auch ausschließen zu können“, erklärt Dr. Wittenberg. Durch den Ultraschallkopf an der Spitze des Bronchoskopes können Veränderungen von wenigen Millimetern dargestellt und unter Sicht punktiert werden. „Dabei sind die Lymphknoten in einer Größe von ungefähr 7- 12 mm die am häufigsten auftretenden Knoten. Selbst die neuesten bildgebenden Verfahren wie Computertomographie, einschließlich der PET-Technik, stoßen hier an ihre Grenzen“, fügt der Chefarzt hinzu. Zur exakten Steuerung der Punktionen ist eine Untersuchung in Allgemeinnarkose mit einem starren Bronchoskop erforderlich, um die Bewegung der Atmungsorgane nach Möglichkeit auszuschalten und eine millimetergenaue Führung der Punktionsnadel sicherstellen zu können. Eine Analyse der Punktion kann innerhalb von wenigen Tagen Aufschluss darüber geben, ob eine Krebserkrankung vorliegt, ob sich der Tumor bereits ausgebreitet hat und um welche Krebsart es sich handelt.
„Beide Untersuchungsverfahren, EBUS und EUS, erfordern wegen der schwierigen anatomischen Verhältnisse eine lange Einarbeitungszeit“, erläutert Dr. Wittenberg, der sich seit 1998 mit diesen Techniken intensiv beschäftigt und Untersuchungen in großer Zahl durchgeführt hat. An zwei früheren Dienststellen einschließlich der Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum hat er bereits derartige Untersuchungsverfahren etabliert. So ist er Mitautor eines „Atlas und Manual der linearen Endosonographie“, das von einer internationalen Autorengruppe herausgegeben worden ist. Für den Patienten bedeuten diese Verfahren eine risikoärmere und schonendere Behandlung und eine bessere Einschätzung der Erkrankung, um den Heilungsverlauf zu begünstigen. Außerdem kann zeitnah mit einer individuellen Therapie begonnen werden. Mit dem neuen Verfahren kann die Medizinische Klinik am Sankt Marien-Hospital Buer dem regionalen Versorgungsauftrag noch besser gerecht werden.
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